Fidel, Jesus und Evita helfen Von „Zócalo“ zu „Adios Calavera!“

Fidel, Jesus und Evita helfen Von „Zócalo“ zu „Adios Calavera!“

von Sezgin Güven

„Adios Calavera!“ heißt ein Spiel, das im Herbst bei Mücke-Spiele erscheint. Martin Schlegel hat es entwickelt, nach Atacama und Takamatsu ist es sein 3. Werk bei Mücke-Spiele. Ursprünglich hatte der Autor ein anderes Thema und einen anderen Titel vorgesehen. Es hieß Zócalo, denn alles spielte sich auf dem riesigen Platz im Zentrum von Mexiko-City ab, der eben Zócalo genannt wird. Mädchen bilden das eine, Jungen das andere Team, jeweils von einem Spieler geleitet. Beide Gruppen flanieren über den Platz und streben die gegenüberliegende Seite an. Dabei gibt es freundliche, aber auch weniger freundliche Begegnungen mit dem anderen Geschlecht.

Während das Spiel selbst bestens ankam, konnte das Thema nicht überzeugen. Ein anderes wurde gesucht, wobei Mexiko als Ort des Geschehens bleiben sollte. Auch der Spielablauf sollte erhalten bleiben, denn er  war vollausgereift, bot beiden Spielern 30 aufregende und spannende Minuten.

Der erfahrene Grafiker Christian Opperer brachte den „Dia de los Muertos“ ins Gespräch, die Feier, die in Mexiko beheimatet ist. Doch beim Vorschlag, einen Totengedenktag in ein Spiel einzubauen, kam erst einmal Schrecken auf, der eine und andere war schockiert. Ein düsteres Thema mit Totenschädeln? Das eignet sich doch nicht für ein Spiel. Doch wie üblich gilt: Wer dazulernt, ändert schon mal die Meinung. Der Tag der Toten ist in Mexiko nämlich keine Trauerveranstaltung, sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren der Toten.

Dem alten Volksglauben nach kehren die Seelen der Verstorbenen Anfang November zu ihren Familien zurück. Überall steht das Gedenken an sie im Vordergrund. Die Straßen werden mit Blumen geschmückt, Symbolen des Todes und der Vergänglichkeit. Konditoreien produzieren die Calaveras de Dulce, Totenschädel aus Zucker, Schokolade oder Marzipan. Das Pan de Muerto, das Totenbrot, ist in diesen Tagen ein weiteres beliebtes Naschwerk. Und auf Umzügen werden Calaveras, diese übergroßen Skelette aus Pappmaché, durch die Straßen getragen.

Nachdem in der Nacht zum 2. November die Seelen der Verstorbenen im Haus empfangen wurden, findet der Abschied von ihnen auf den Friedhöfen statt. Dort werden mitgebrachte Speisen gegessen, es wird getrunken, musiziert und getanzt. Um Mitternacht ist die Zeit gekommen, sich zu verabschieden. Das Fest ist zu Ende, bis die Toten im nächsten Jahr zurückkehren.

An genau diesem Punkt setzt „Adios Calavera!“ ein: Lebende und Verstorbene nehmen abschied, trennen sich für ein Jahr. Man selbst will schnell die andere Seite erreichen, aber auch verhindern, das die anderen das Abschiedstreffen als Erste verlassen. Dafür sorgen bei den Lebenden u.a. die Tänzerin Maria-Elena, wie auch Diego, der Magnet, und die flinke Ximena. Auf der anderen Seite haben auch Jesus, Fidel und Evita ihre besonderen Aufgaben und helfen so den Verstorbenen mit.

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